evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde
Tübingen-Waldhäuser Ost

Wortlaut des Beschlusses der Landessynode


zur Initiative Erinnerung und Umkehr - Für einen offiziellen kirchlichen Gedenktag am 9. November

Am 25.10.2007 fasste die Evangelische Landessynode in Württemberg folgenden Beschluss:

„Der Oberkirchenrat wird gebeten,

  1. den 9. November als Tag der Erinnerung und Umkehr einzuführen,
  2. landeskirchenweit dafür sorgen, dass der 70. Jahrestag der Reichspogromnacht im Jahr 2008 allgemein verbindlich begangen wird,
  3. den Gemeinden zu empfehlen, jährlich am 9. November der Ereignisse am 9. November 1938 zu gedenken, wo möglich in ökumenischer Verbundenheit und in Verbindung mit den Kommunen,
  4. die Möglichkeit zur Aufnahme in den liturgischen Kalender des Evangelischen Gesangbuchs zu prüfen,
  5. das Anliegen dieses Antrags der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und über den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den übrigen Mitgliedskirchen der EKD bekannt zu machen.
Der Ausschuss geht davon aus, dass der Oberkirchenrat den für Mission und Ökumene zuständigen Geschäftsausschuss der 14. Landessynode über das Ergebnis der unter Nummer 4 des Antrags erbetenen Prüfung informiert.“

Der Antrag für diesen Beschluss beruht auf einer Initiative des Arbeitskreises „Begegnung mit der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk“ an der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Tübingen. Diese Initiative wurde am 7. September 2005 durch Pfarrer Dankwart-Paul Zeller und Pfarrer Dr. Michael Volkmann gestartet. Nacheinander machten sich der Kirchengemeinderat der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, der Gesamtkirchengemeinderat Tübingen, die Kirchenbezirkssynode Tübingen und die Kirchenbezirke Münsingen, Leonberg und Blaufelden sowie die landeskirchliche Arbeitsgruppe „Wege zum Verständnis des Judentums“ in Denkendorf den Beschluss zu eigen. Am 17.3.07 durch den Synodalen Hartmut Fleischmann (Offene Kirche) mit Hilfe von 14 weiteren Synodalen der drei großen Gesprächskreise (Offene Kirche, Evangelium und Kirche, Lebendige Gemeinde) in die Landessynode eingebracht, war er zunächst an den Ausschuss für Mission und Ökumene verwiesen worden und kam nach gründlicher Vorberatung von dort wieder ins Plenum der Synode. Der Beschluss fiel mit überwältigender Mehrheit (rund 70 Ja-Stimmen) bei 1 Gegenstimme und 4 Enthaltungen.
Kommentieren