evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde
Tübingen-Waldhäuser Ost

Dietrich Bonhoeffer und die Juden


Vortrag in der Alten Synagoge Hechingen am 9. November 2007
Dr. Michael Volkmann

Den folgenden Vortrag finden Sie auch hier als PDF zum Herunterladen.

weitere Links: Gedenktag 9. November

1. Einleitung
2. Das Jahr 1933
3. Von 1934 bis zum Eintritt in die Konspiration
4. Konspiration und Gefängnis
5. Das Gedicht „Christen und Heiden“
6. Zusammenfassung und Schluss
7. Literatur

1. Einleitung

Dietrich Bonhoeffer ist gerade 26 Jahre alt, Privatdozent an der Berliner Universität, dazu Studentenpfarrer und Leiter einer Konfirmandengruppe im Berliner Stadtteil Wedding, da sagt er am 19. Juni 1932 in einer Predigt: Wir müssen „uns nicht wundern, wenn auch für unsere Kirche wieder Zeiten kommen werden, wo Märtyrerblut gefordert werden wird. Aber dieses Blut, wenn wir denn wirklich noch den Mut und die Ehre und die Treue haben, es zu vergießen, wird nicht so unschuldig und leuchtend sein wie jenes der ersten Zeugen. Auf unserem Blut läge große eigene Schuld: die Schuld des unnützen Knechtes, der hinausgeworfen wird in die Finsternis." (1)

Ein halbes Jahr vor Hitlers Machtantritt sah Bonhoeffer also schon das Martyrium auf die Kirche und auf sich selbst als eine Möglichkeit zukommen. Und er rechnete mit dem Versagen, noch bevor die Herausforderung eingetreten war. Heute fragen wir: Wie wurde dieses Martyrium Wirklichkeit? Wie kam es dazu, dass Bonhoeffer als einer von ganz wenigen den Kampf gegen die Nazis aufnahm und schließlich den Weg in den aktiven Widerstand ging? Was waren seine Motive, was trieb ihn? Und wie hat er es als Christ verantwortet, nicht passiv zu bleiben, nicht auszuharren in äußerer oder innerer Emigration und dort 'abzuwarten, bis der Nazispuk vorüber sein würde', wie etliche sich ausdrückten und sich verhielten, sondern zur Tat, sogar zur Beteiligung an Attentatsplänen gegen Hitler zu schreiten?

Eberhard Bethge, der Freund Bonhoeffers, Herausgeber seiner Werke und Begründer der Bonhoefferforschung, sagt: "Es besteht wohl kein Zweifel, dass die Hauptmotivation für Bonhoeffers Schritt in die aktive politische Verschwörung die Judenbehandlung durch das Dritte Reich gewesen ist..."(2) . Bethge sagte dies, als ihm 1979 in Tübingen der Leopold-Lucas-Preis der Evangelisch-theologischen Fakultät verliehen wurde. Bethge hatte schon Jahre zuvor in seiner großen Bonhoefferbiographie betont, dass bereits Bonhoeffers allererste Äußerung im Kirchenkampf im April 1933 eine Aufforderung an die Kirche war, verfolgten Juden beizustehen, und dass die Kirchenoberen dies als Randproblem ansahen und behandeln wollten (3). Wir werden darauf zurück kommen.

Die Bonhoefferforschung hat auf diese Erkenntnis erst spät reagiert. Wir kennen Bonhoeffer als theologischen Lehrer, Ethiker, Kirchenreformer, Ökumeniker, als Verfasser des "Gemeinsamen Lebens" und Dichter. Wir kennen seine These vom religionslos gewordenen Menschen und sein Schicksal als aktiver Verschwörer. Aber Bonhoeffer als Fürsprecher der Juden wurde erst in den 80er Jahren erforscht. Bethge selbst gab den Anstoß dazu, doch erst, nachdem er von jüdischen Forschern dazu herausgefordert worden war (4). Sowohl Kirche als auch Theologie verdrängten lange, was sie bereits vor Hitler verdrängt hatten - ihre Schuld an den Juden, ihre Verwandtschaft mit den Juden und ihre Verpflichtung gegenüber den Juden. Bonhoeffer war einer der ganz wenigen, die dies nicht verdrängten. Für ihn war die sogenannte "Judenfrage" im Kirchenkampf kein Randthema, sondern so zentral wie für keinen anderen namhaften deutschen Theologen seiner Zeit. Das verdeutlicht die Reaktion Karl Barths auf die Lektüre von Eberhard Bethges Bonhoefferbiographie 1967: „Neu war mir vor allem die Tatsache, daß Bonhoeffer 1933 als Erster, ja fast als Einziger die Judenfrage so zentral und energisch ins Auge gefasst und in Angriff genommen hat.“ (5)

Ich möchte im folgenden zeigen, wie das Thema der Judenverfolgung und -vernichtung durch die Nazis sich als roter Faden für Bonhoeffers Motivation zum Widerstand durch die ganze Zeit der Naziherrschaft in Deutschland zieht (6). Der Bibelvers aus Sprüche 31,8: "Öffne deinen Mund für die Stummen" wurde zu seiner Losung im Kampf. Bethge schreibt über Bonhoeffers Verhältnis zu diesem Vers: "Er klagt sich selbst damit an; er benutzt ihn als Stachel zum Antreiben von Verantwortlichen." (7) Und Bonhoeffer selbst fragt zornig: "- wer weiß denn das heute noch in der Kirche, dass dies die mindeste Forderung der Bibel in solchen Zeiten ist?" (8)

2. Das Jahr 1933

Für Bonhoeffer war der Umgang mit Juden in seiner Familie und der Umgebung, in der er aufwuchs, vertraut. In Berlin-Grunewald war damals jeder siebte Einwohner jüdisch. Sie waren Nachbarn und Freunde. Eine Mitschülerin Bonhoeffers im Grunewaldgymnasium war die Nichte des von Antisemiten ermordeten Außenministers Walter Rathenau. Unter den Assistenten seines Vaters, des bedeutenden Professors für Psychiatrie an der Charité, Karl Bonhoeffer, waren selbstverständlich Juden. Und Großmutter Julie schritt am Tag des ersten Nazi-Judenboykotts, dem 1. April 1933, selbstbewusst an den SA-Posten vorbei zum Einkauf ins KdW. Bonhoeffers Zwillingsschwester Sabine heiratete den Juristen Gerhard Leibholz. Dieser Schwager und Bonhoeffers bester Freund, Pfarrer Franz Hildebrandt, waren Christen jüdischer Abstammung.

Diese Nähe zu Juden war für eine evangelische Familie damals untypisch. Die Bonhoeffers waren christlich, aber nicht kirchlich. Die Entscheidung des 15jährigen Dietrich, Theologie studieren zu wollen, war für alle eine Überraschung. Er brachte einen für Theologie und Kirche untypisch weiten Horizont und freimütigen Umgang, dazu ein waches Interesse an der Wirklichkeit und ein sicheres ethisches Urteil mit. Bonhoeffer erkannte gleich 1933, welche grundsätzliche Bedeutung die antisemitischen Maßnahmen der Nazis hatten.

"Öffne deinen Mund für die Stummen" - das heißt für Dietrich Bonhoeffer bereits zur gleichen Zeit: für die Juden! Da hält er vor Pfarrern einen Vortrag, den er erweitert im Juni veröffentlicht, sein Titel: "Die Kirche vor der Judenfrage". (9) Nicht alle Amtsbrüder ertragen es, ihm bis zum Schluss zuzuhören. Denn ausgehend von denselben theologischen Voraussetzungen wie die ganze evangelische Kirche in Deutschland zu seiner Zeit – nämlich von einer antijüdischen Tradition und von Luthers Zweireichelehre - kommt er zu einzigartigen Folgerungen. Er sagt: 1. Wenn der Staat in seiner Aufgabe, für Ordnung und Recht zu sorgen, versagt, hat die Kirche ihn an diese Verantwortung zu erinnern. 2. sagt er wörtlich: "Die Kirche ist den Opfern jeder Gesellschaftsordnung in unbedingter Weise verpflichtet, auch wenn sie nicht der christlichen Gemeinde zugehören." (10) Und wieder wörtlich: "Die dritte Möglichkeit besteht darin, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen." (11)

So zu reden ist damals unerhört. Der erste und zweite Fall sind nach Bonhoeffers Meinung mit der Ausgrenzung der Juden aus dem Staatsdienst durch den sog. Arierparagraphen Anfang April 1933 bereits jetzt gegeben. Bereits da geht Bonhoeffer davon aus, dass der Nazistaat in seiner Aufgabe, für Ordnung und Recht zu sorgen, völlig versagen würde, indem er Menschen zu viele Rechte nimmt oder ihnen durch zusätzliche Gesetze zu viel Gewalt antut (12). Hatte er doch im Januar in seiner Vorlesung „Jüngste Theologie“ gesagt, „der Staat könne auch die Gestalt des Bösen annehmen, ja sogar "das größtmögliche Böse werden und tun.'“ (13) Der dritte Fall träte für ihn ein, wenn getaufte Juden aus den christlichen Gemeinden ausgeschlossen oder die Judenmission verboten würden. Dies aber müsse bedeuten: aktiver politischer Widerstand der Kirche gegen den Staat, status confessionis, [Bekenntnissituation nach Matth. 10,32f]. Politisches Handeln der Kirche, so Bonhoeffer, könne jedoch nur ein evangelisches Konzil beschließen. (14) Über ein Jahr lang bemüht er sich um so ein Konzil bzw. versucht die Synoden der wenig später entstehenden Bekennenden Kirche in diese Richtung zu beeinflussen - vergeblich.

Bonhoeffer zieht aus der Lutherischen Zweireichelehre ganz ungewohnte Konsequenzen, nämlich die Verpflichtung der Kirche, dem Staat mit Kritik zu dienen. Und zwar, und das war anderen völlig unvorstellbar, im Interesse der Juden. Bonhoeffers berühmt gewordene Forderung, „dem Rad in die Speichen [zu] fallen“, hat ihren konkreten Ort in der Parteinahme für die verfolgten Juden. Um Bonhoeffers Forderungen angemessen zu würdigen, muss man dagegen halten, dass die evangelische Kirche damals fast gar nichts gegen die sofort beginnende Judenverfolgung zu sagen wusste. Im Gegenteil: in aller Regel sprach sie dem Nazi-Staat ausdrücklich das Recht zu, gegen die Juden vorzugehen. Die Kirche, auch die Bekennende Kirche, war ansonsten ausschließlich mit sich und der Klärung ihres Verhältnisses zum "neuen" Staat beschäftigt.

Man hatte Sympathien für die neue Obrigkeit, die vermeintliche Missstände energisch beseitigte, sich zu einem so genannten „positiven Christentum“ bekannte und die Evangelische Kirche glauben machte, sie werde als Nationalkirche zur Volksmission gebraucht. Man gestand es dem Staat zu, sich der liberalen bis linken 'jüdische Zersetzung der deutschen Kultur', wie man es nannte, auch mit Sondergesetzgebung zu erwehren. (15)

Wie hatte es dahin kommen können? Die Evangelische Kirche war in der Demokratie der Weimarer Republik nie heimisch geworden. Vor 1933 hatte sie keine positiven Beziehungen zum deutschen Judentum entwickelt. (16) Ihr Judenbild war konträr zur Wirklichkeit und durchsetzt mit Vorurteilen. Heute schmerzt es zu sehen, dass sie bereits in der Kaiserzeit durch den Hofprediger und Leiter der Berliner Stadtmission Adolf Stöcker auf Antisemitismus eingeschworen worden war. Ohne zu ahnen, dass er zu einem christlichen Wegbereiter Hitlers werden würde, zog Stöcker in den Reichstag ein, um mithilfe des Antisemitismus die Arbeiterschaft der 'gottlosen Sozialdemokratie' zu entreißen. Stöckers Wirkung war verheerend. (17) Bischof Otto Dibelius von Berlin verteidigte den Naziboykott gegen das jüdische Geschäftsleben vom 1. April 1933 in einer Radiorede gegenüber dem Ausland. (18) Theophil Wurm, Bischof der Württembergischen Landeskirche, bekannte sich in einem seiner Protestbriefe an einen führenden Nazipolitiker dazu, ein Schüler Stöckers und Heinricht von Treitschkes in Sachen Antisemitismus zu sein. (19) Wurm verwies auf nahezu „judenfreie“ Pfarrerschaft in seiner Landeskirche und darauf, dass er in Stuttgart schon vor dem Ersten Weltkrieg die diakonische Zusammenarbeit mit den Juden verhindert hatte. Der Protestantismus gab in seiner Haltung gegenüber dem Judentum auf der gesamten Breite ein Bild kalter Zurückweisung ab. So war er zum wichtigen Wegbereiter des Antisemitismus geworden. Als der Antisemitismus dann zur Staatsdoktrin erhoben wurde, fehlten den Christen die politischen und ethischen Maßstäbe zur Beurteilung der besonderen, gegen die Juden gerichteten Gesetzgebung und von deren physischer Bedrohung. Es fehlte ihnen vor allem an Mitleid, an einem Herzensgefühl für die Verfolgten. Was die Juden betraf, ließ man die Nazis machen. Man schob die Schuld den Betroffenen selbst zu: die Juden stünden unter einem Fluch, da sie Jesus Christus gekreuzigt hätten, eine Sichtweise, die wir 1933 auch noch bei Dietrich Bonhoeffer finden! Bestenfalls verstand man Luthers Zweireichelehre als völliges Sichheraushalten der Kirche aus den Angelegenheiten des Staates. Selbstabgrenzung, Selbsterhaltung schien das Gebot der Stunde. Als die Repräsentanten der deutschen Juden die Evangelische Kirche im März 1933 in einem dramatischen Telegramm direkt um Hilfe gegen die öffentlichen Angriffe bitten, antworten die Kirchenführer in Berlin ausweichend und nichtssagend. (20)

So beschränkte sich der weitere Kirchenkampf weitgehend auf die inneren Angelegenheiten der Evangelischen Kirche. Die sogenannte "Judenfrage" bestand für die Kirche nur noch in dem Problem, ob getaufte Juden gegenüber anderen Christen geringere Rechte hätten und ausgeschlossen werden müssten. An dieser Frage der Bedeutung der Taufe brach allerdings der Bekenntnisstreit auf, der zur Gründung des Pfarrernotbundes und zum Erstarken der Bekennenden Kirche führte. Die Nazis in der Evangelischen Kirche, die Deutschen Christen, forderten die Gleischschaltung der Landeskirchen, ihren Zusammenschluss zu einer einheitlichen „Reichskirche“, sowie die Einführung des Führerprinzips und des Arierparagraphen. Während die Bekennende Kirche gegen die ersten drei Punkte heftigen Widerstand leistete, verkannte sie die Bedeutung des vierten, des Arierparagraphen. Aber genau diese Frage, so Bethge, war für Bonhoeffer „kirchenentscheidend“. (21)

Kurz nach seinem Vortrag „Die Kirche vor der Judenfrage“ hat Bonhoeffer ein Erlebnis, das ihn zunächst in eine Krise führt, letztlich aber seine Klarheit und Entschiedenheit in der Fürsprache für die verfolgten Juden stärkt. Am 11. April 1933 stirbt Gerhard Leibholz' Vater. Anders als seine Kinder hatte er sich nicht taufen lassen, aber auch den lebendigen Kontakt zur jüdischen Gemeinde verloren. Zwillingsschwester und Schwager bitten Dietrich, den Verstorbenen zu beerdigen. Bonhoeffer legt die Anfrage seinem vorgesetzten Generalsuperintendenten vor. Dieser legt ihm nahe, von der Beerdigung eines Juden abzusehen, und Bonhoeffer gehorcht. Sieben Monate später erhalten Sabine und Gerhard Leibholz den folgenden Brief von Dietrich: „Lieber Gert, liebe Sabine! Zum nächsten Sonntag möchte ich Euch gern schreiben. Ich arbeite gerade an meiner Predigt für den Totensonntag und muß immer wieder an Euch und an die Tage im März denken... Es quält mich jetzt immer wieder mal, daß ich damals nicht ganz selbstverständlich Deiner Bitte gefolgt bin. Ich verstehe mich offen gestanden selbst gar nicht mehr. Wie konnte ich damals nur so grauenhaft ängstlich sein? Ihr habt es gewiß auch gar nicht recht verstanden und mir nichts gesagt. Aber mir geht es nun ganz grässlich nach, auch weil es gerade etwas ist, was man nun nie wieder gutmachen kann. Also ich muß Euch nun einfach bitten, mir diese Schwäche damals zu verzeihen. Ich weiß heute sicher, ich hätte es anders machen sollen.“ (22) Bonhoeffer gibt hier seine Angst offen zu. Doch schlimmer ist für ihn das Gefühl, ihr nachgegeben zu haben. Am schlimmsten ist, das Versäumte nicht wieder gutmachen zu können. Darum kommt er zu dem Schluss: „Ich weiß heute sicher, ich hätte es anders machen sollen.“ Die Entschiedenheit seiner nächsten Schritte zeigt, dass er aus diesem Versäumnis Konsequenzen gezogen hat.

Im Sommer 1933 verfasst eine Theologengruppe, der Bonhoeffer angehört, auf Bitte Friedrich von Bodelschwinghs einen Text, der im November als das „Betheler Bekenntnis“ veröffentlicht wird. Dazu entwirft der Alttestamentler Wilhelm Vischer mit Bonhoeffers Unterstützung einen Abschnitt über „Die Kirche und die Juden“. Dieser endet mit dem Satz: „Die aus der Heidenwelt stammenden Christen müssen eher sich selbst der Verfolgung aussetzen als die durch Wort und Sakrament gestiftete kirchliche Bruderschaft mit dem Judenchristen freiwillig oder gezwungen auch nur in einer einzigen Beziehung preiszugeben.“ (23) Weil der Text deutlich abgeschwächt wird, ziehen Vischer und Bonhoeffer ihre Unterstützung zurück. Das berühmte Barmer Bekenntnis vom Mai 1934 wird dann gar keinen Hinweis mehr auf die verfolgten Juden enthalten. Da ist Bonhoeffer schon in London.

Zuvor verfasst er für die Synode seiner eigenen Kirche der altpreußischen Union im September 1933 ein Flugblatt mit der Überschrift „Der Arierparagraph in der Kirche“. Darin schreibt er: „Die Forderung der Deutschen Christen zerstört das Wesen des Pfarramtes, indem sie Glieder der Gemeinde zu ... Christen zweiter Klasse macht“. Wenn die Kirche nicht protestiere und Gegenmaßnahmen ergreife, „dann macht sie sich der Verantwortung für den ganzen Arierparagraphen schuldig“ (24). Als die Synode tatsächlich den Arierparagraphen ins Kirchenrecht übernimmt und ihre Pfarrer jüdischer Abstammung fallenlässt, bewegt Bonhoeffer vor allem die Frage, wie er aus dieser Kirche austreten könne, die für ihn aufgehört hat, Kirche Jesu Christi zu sein. Er entscheidet sich, für eineinhalb Jahre auf eine Auslandspfarrstelle nach London zu gehen. Auch in London trägt er seinen Teil zum Kirchenkampf und zu dessen Verständnis in der Ökumene bei. Für unser Thema ist besonders interessant, dass Bonhoeffer in London an einer regen diakonischen Hilfe für deutsche Flüchtlinge beteiligt war, unter ihnen sehr viele Juden. Ihnen allen wurde geholfen ohne Ansehen der Religion.

Kirchenhistoriker sagen heute, dass die evangelische Kirche das deutsche Judentum bereits im Sommer 1933 ohne zu zögern und bedingungslos dem Nazistaat preisgegeben habe (25). Bonhoeffer war zunächst fast der einzige, der in dieser Entwicklung ein Problem sah, ein ungeheueres Problem von großer theologischer Tragweite. Aber er drang in der Bekennenden Kirche damit nicht durch.

3. Von 1934 bis zum Eintritt in die Konspiration

"Öffne deinen Mund für die Stummen." Immer wieder mahnt Bonhoeffer mit diesen Worten. Die Stummen sind die Juden, für die die Kirche sprechen soll. Im Sommer 1935, vor sächsischen Theologen, fügt er seinem Stichwortzettel zufolge hinzu: "Hier wird wahrscheinlich die Entscheidung fallen, ob wir noch Kirche des gegenwärtigen Christus sind. Judenfrage!" (26) „Judenfrage“ – dieser Begriff ist damals allgemein verbreitet. Er bedeutet, dass man in der bloßen Existenz von Juden ein Problem sieht, das gelöst werden müsse. 1933 sagt Bonhoeffer noch, kein Staat sei im Stande, die Judenfrage zu lösen, sie werde gelöst durch die endliche Bekehrung der Juden zu Christus. Jetzt, 1935, geht seine Aussage die umgekehrte Richtung: weg von der Kritik an den Juden zu einer Kritik an der Kirche. Am Verhältnis der Kirche zu den Juden entscheidet sich, ob sie noch Kirche des gegenwärtigen Christus ist. In seiner Ethik wird er weitere fünf Jahre später deutlich sagen warum: weil Jesus Christus selbst Jude war.

In den Tagen, als er an seinem Aufsatz "Die Kirche vor der Judenfrage" arbeitet, schreibt Bonhoeffer an einen Freund: "Auch die Judenfrage macht der Kirche sehr zu schaffen, und hier haben die verständigsten Leute ihren Kopf und ihre Bibel gänzlich verloren." (27) Nicht nur den Verstand, sondern den ganzen Kopf verloren mit Augen, die sehen könnten, Ohren, die hören könnten, dem Mund, der sich für die Stummen öffnen könnte. Bonhoeffer dagegen gehört zu denen, die ihre Bibel nicht verloren haben, sondern die sie intensiver lesen als je.

Die Bibel, wie sie uns etwa in der Lutherbibel als „Ganze Heilige Schrift“ vorliegt, war vor siebzig Jahren höchst umstritten. Viele Theologen hielten den hebräischen Teil, das "Alte Testament", für überflüssig, für ein peinliches, ja schädliches Judenbuch. Das war nicht erst der Einfluss der Nazis, sondern bereits der Einfluss liberaler Theologen der Jahrhundertwende, eines neuen Marcionismus in der Kirche. Markion von Sinope am Schwarzen Meer wollte im 2. Jahrhundert das Christentum und seine heiligen Schriften von allem Jüdischen reinigen. Auf ihn geht die bis heute noch zu hörende Behauptung zurück, der barmherzige Gott der Christenheit sei ein anderer als der angebliche Richter-Gott des Alten Testaments und der Juden. Markion wurde als Häretiker aus der christlichen Kirche ausgeschlossen. Durch ihn sah sich die Alte Kirche herausgefordert, den biblischen Kanon zu verteidigen, und sie bezog die Hebräische Bibel ausdrücklich mit ein. In der überheblichen und antisemitischen Atmosphäre des Kaiserreiches hatten die Ideen Markions wieder prominente Anhänger gefunden. Bonhoeffer dagegen besteht auf der Einheit der Bibel und auf der Identität des einen Gottes des Alten und des Neuen Testaments. „Denn daß Gott der Eine Gott ist in der ganzen heiligen Schrift, mit diesem Glauben steht und fällt die Kirche und die theologische Wissenschaft.“ (28) - „Der Judengott ist auch der Gott des Neuen Testaments“, sagt er (29). Und Bonhoeffer versteht die Bibel zugleich als Zuspruch und Anspruch Gottes an den Menschen, als Verheißung und Gebot, die zur Tat drängen.

Die Bibel wird Bonhoeffers tägliche ausgiebige Lektüre. Sie durchdringt sein Denken in allen seinen Richtungen. Das hebräisch-biblische Menschenbild, das keine Trennung von Innenwelt und Außenwelt kennt, wird für ihn bestimmend. Texte des Alten Testaments müssten viel mehr gepredigt werden, fordert er - ein bis heute aktuelle, da bislang nicht verwirklichte Forderung. Er lernt die starke Diesseitigkeit des Alten Testaments und des jüdischen Glaubens kennen. (30) Liest er das Alte Testament wie viele andere zunächst von Christus her und auf Christus hin, so vollzieht er mit den Jahren einen Perspektivwechsel und versteht Christus immer deutlicher vom Alten Testament her und in der Kontinuität zum Alten Testament. Er kommt zu der Erkenntnis, dass Gott die Mitte im diesseitigen alltäglichen Menschenleben sein will. (31) Christus verweist uns an die Welt, sagt er, Kirche hat für andere da zu sein. Politische Konsequenzen gehören für ihn selbstverständlich zur Theologie hinzu. Die Frage einer christlichen Ethik, das Problem der vor Gott verantworteten Tat, beschäftigt ihn bis zuletzt.

In der Konfrontation mit der Bibel einerseits und mit der Wirklichkeit der Judenverfolgung andererseits verändert sich Bonhoeffers Theologie. Bestimmte antijüdische Formulierungen früherer Jahre kommen ihm mit der Zeit nicht mehr über die Lippen. In einer Bibelarbeit über König David sagt er 1936: „Das Volk Israel wird das Volk Gottes bleiben, in Ewigkeit, das einzige Volk, das nicht vergehen wird, denn Gott ist sein Herr geworden, Gott hat in ihm Wohnung gemacht und sein Haus gebaut.“ (32) Er nennt Israel ein Adelsvolk.

Nach seiner Rückkehr aus England stirbt seine Großmutter Julie. An ihrem Grab hält er die Predigt und erwähnt ihr mutiges Eintreten für die Juden. Daraufhin verlassen einige der Beerdigungsgäste den Ort ohne ihn zu grüßen.

Als im September 1935 die Nürnberger Gesetze erlassen werden, ist Bonhoeffer nach Bethges Erinnerung außerordentlich erregt. Seine Vikare am illegalen Theologischen Seminar der Bekennenden Kirche ermahnt er, neben der christlichen Einübung in neue liturgische Formen die Verantwortung für die Welt nicht zu vergessen: "Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen." (33) Im Seminar gehört Annette von Droste-Hülshoffs „Judenbuche“ zur festen Lektüre. Nach den Pogromen vom 9. November 1938 ist Bonhoeffer sicher: "Wenn heute die Synagogen brennen, dann werden morgen die Kirchen angezündet werden." (34) Jetzt sieht er die Kirche in der Nähe der Judenheit als potenzielles nächstes Ziel der Naziverfolgung, darum mahnt er zur Solidarität. Als seine Studenten ein Argument bringen, das Bonhoeffer 1933 noch selbst verwendet hat, nämlich dass das jüdische Volk wegen seiner Ablehnung Jesu Christi unter einem Fluch stehe, weist er es als theologische Irrlehre strengstens zurück.

Wenige Tage später schreibt er an seine Vikare: "In den letzten Tagen habe ich viel über Psalm 74, Sacharja 2,12, Römer 9,3f, Römer 11,11-15 nachgedacht. Das führt sehr ins Gebet." (35) In Psalm 74 heißt es: "Der Feind hat alles verheert im Heiligtum... Hoch sieht man die Äxte sich heben... sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken. Sie verbrennen dein Heiligtum, bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung deines Hauses. Sie sprechen in ihrem Herzen: Lasst uns sie ganz unterdrücken! Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande. Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner ist bei uns, der etwas weiß." Dieser letzte Vers ist in Bonhoeffers Bibel unterstrichen, am Rand steht mit Ausrufezeichen das Datum: „9.11.38!“ Sacharja 2,12 lautet: Gott spricht zu Israel: "Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an." Römer 9,4: "Die leiblichen Brüder des Apostels Paulus sind die Israeliten. Ihnen gehören die Kindschaft, die Herrlichkeit, der Bund, die Tora, der Gottesdienst, die Verheißungen, die Erzväter. Aus Israel kommt Jesus Christus seiner leiblichen Abstammung nach." Römer 11,12: „Wenn aber schon ihr Fall Reichtum für die Welt ist und ihr Schade Reichtum für die Heiden, wie viel mehr wird es Reichtum sein, wenn ihre Zahl voll wird.“

Von der Bibel aus kritisiert Bonhoeffer das theologische Denken seiner Zeit: Karl Heim, Paul Althaus, Paul Tillich, Rudolf Bultmann, Karl Barth, die Bekennende Kirche - keinem kann sich Bonhoeffer vorbehaltlos anschließen (36). Und keiner von diesen folgt umgekehrt ihm, wenn er bei den Synoden der Bekennenden Kirche vor allem den Einsatz für die gehetzten Juden verlangt. Da erkennt Bonhoeffer, dass das von ihm geforderte evangelische Konzil zur Rettung der Juden Utopie bleiben würde.

4. Konspiration und Gefängnis

Was soll er tun? Aufgeben? Schon als Kind war er es gewohnt zu siegen. Auch jetzt kämpft er weiter. Er weiß über die Verbrechen der Nazis sehr gut Bescheid. Durch seinen Schwager Hans von Dohnanyi im Justizministerium ist er meist besser und früher über drohende Maßnahmen informiert als andere (37). Sein Freund Franz Hildebrandt und sein Schwager Gerhard Leibholz mit Familie müssen emigrieren, (38) Hildebrandt 1937 nach vier Wochen KZ-Haft, Familie Leibholz im Sommer 1938, als Bonhoeffer von dem geplanten Eindruck eines „J“ in die Pässe von Juden erfahren hat. Als Dohnanyi zur Militärischen Abwehr wechselt, wird Bonhoeffer zum Mitwisser nicht nur der Nazi-Gräueltaten gegen die Juden in Polen gleich nach Kriegsbeginn und später Russland, sondern auch der Verschwörungspläne der Militärs um Admiral Canaris.

"Es besteht wohl kein Zweifel," ich wiederhole noch einmal Eberhard Bethges Satz, "dass die Hauptmotivation für Bonhoeffers Schritt in die aktive politische Verschwörung die Judenbehandlung durch das Dritte Reich gewesen ist." (39) Das ist ohne Beispiel. Da nimmt ein Christ ernsthaft mitbetroffen zur Kenntnis, was die Nazis mit den Juden machen. Er schließt sich selbst einer politischen Verschwörung an. Und dann steht beides auch noch in entscheidendem ursächlichem Zusammenhang. Bonhoeffer ist seiner Zeit und seiner Kirche weit voraus. Denn er hat erkannt, dass das, was er und alle Welt "die Judenfrage" nannten, in Wahrheit eine Christenfrage ist, eine Frage des Haltens zu Jesus Christus, dem Juden, oder des Abfalls von ihm (40).

1940 schließt sich Bonhoeffer dem Kreis der Verschwörer gegen Hitler an. In diesem Kreis wird er zum theologischen Berater und zu einem Begleiter der Gewissen. Durch seine ökumenischen Kontakte macht er die Verschwörung bei den Allierten bekannt und wirbt um Vertrauen. Er beteiligt sich an einer Rettungsaktion für 14 Juden, die in die Schweiz gebracht werden, und sorgt persönlich dafür, dass die Judenchristin Charlotte Friedenthal mit ihnen gerettet wird. Als er 1941 von ersten Deportationen deutscher Juden in den Osten erfährt, schlägt er Alarm. Mit einem Freund zusammen sammelt er Fakten zu einem Bericht, den er konspirativen Generälen zuleitet. So bringt der Beginn der planmäßigen Judenvernichtung Bonhoeffer dazu, auf rasches Handeln zu dringen, sprich: auf ein baldmögliches Attentat gegen Hitler. Der Historiker H.G. Adler hält Bonhoeffers Bericht für das früheste Dokument des politischen Widerstands, das auf die beginnenden Massendeportationen reagiert (41). Es bleibt die Tragik der Verschwörer, dass keines ihrer Attentate auf Hitler gelang.

In jenen Jahren arbeitet er an seiner „Ethik“, die Fragment bleibt. Darin formuliert er im Herbst 1940 weit voraus schauend ein Schuldbekenntnis der Kirche. Dessen Fazit lautet: „Die Kirche bekennt sich schuldig aller zehn Gebote, sie bekennt darin ihren Abfall von Christus. ... Durch ihr eigenes Verstummen ist die Kirche schuldig geworden an dem Verlust an verantwortlichem Handeln, an Tapferkeit des Einstehens und Bereitschaft für das als recht Erkannte zu leiden. Sie ist schuldig geworden an dem Abfall der Obrigkeit von Christus.“ Und beim 5. Gebot schreibt er: „Die Kirche bekennt, die willkürliche Anwendung brutaler Gewalt, das leibliche und seelische Leiden unzähliger Unschuldiger, Unterdrückung, Haß und Mord gesehen zu haben, ohne ihre Stimme für sie zu erheben, ohne Wege gefunden zu haben, ihnen zu Hilfe zu eilen. Sie ist schuldig geworden am Leben der schwächsten und wehrlosesten Brüder Jesu Christi.“ (42) Mit diesen „Brüdern Jesu Christi“ meint er die leiblichen Geschwister Jesu, die Jüdinnen und Juden. Schon 1935 hat er in der „Nachfolge“ geschrieben: Bruder ist „nicht nur der Bruder in der Gemeinde“ (43).

An anderer Stelle in der Ethik finden sich folgende Sätze: "Die abendländische Geschichte ist nach Gottes Willen mit dem Volk Israel unlöslich verbunden, nicht nur genetisch, sondern in echter unaufhörlicher Begegnung. Der Jude hält die Christusfrage offen. Er ist das Zeichen der freien Gnadenwahl und des verwerfenden Zornes Gottes. "... schau an die Güte und den Ernst Gottes' (Röm 11,22). Eine Verstoßung der Juden aus dem Abendland muß die Verstoßung Christi nach sich ziehen; denn Jesus Christus war Jude." (44) Wir können an diesen Sätzen manches beanstanden, wie die Identifizierung „des Juden“ auch mit dem „Zorn Gottes“ oder die Vergangenheitsform der Aussage „Jesus Christus war Jude“, denn Christus ist Jude. Aber Eberhard Bethge verweist mit Recht auf die ungewöhnlich positive Gesamtaussage dieses Abschnitts. Bonhoeffer sagt dies über die gegenwärtig lebenden Juden. Er spricht von „unlöslicher Verbundenheit“ und „unaufhörlicher Begegnung“, Begriffe, die für den christlich-jüdischen Dialog heute von fundamentaler Bedeutung sind. Er bindet das Schicksal Christi an das Schicksal der Juden, rechnet mit ihrer Vertreibung und Ausstoßung, denn er weiß 1940 noch nichts von der schon bald geplanten Massenvernichtung. Und zu einer Zeit, in der die meisten Theologen finden, mit Christus sei die „Judenfrage“ erledigt, findet er zu der ungemein produktiven Formulierung: „Der Jude hält die Christusfrage offen“. Darin, so interpretiert Bertold Klappert Bonhoeffer, ist das jüdische Volk, ja jeder einzelne Jude, „für die Kirche unverzichtbarer Zeuge Jesu Christi“ (45).

Schon lange sucht die Gestapo nach Wegen, die nicht gleichgeschaltete Militärische Abwehr unter Canaris zu zerschlagen. Sie nimmt die als Spionageaktion getarnte Fluchthilfe für die 14 Juden in die Schweiz zum Anlass für Verhaftungen. Der Vorwurf klingt relativ harmlos: Devisenvergehen. So wird am 5. April 1943 auch Bonhoeffer inhaftiert. Aber erst nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft, während derer Bonhoeffer seine Hoffnung auf Freilassung nicht aufgibt, finden die Nazis belastende Beweise gegen die Verschwörergruppe.

Eberhard Bethge weist in seiner großen Bonhoeffer-Biografie akribisch die fundamentale theologische Wandlung nach, die Bonhoeffer ab April 1944, im letzten Lebensjahr, im Gefängnis durchläuft. Leitend wird für ihn die Frage: „Wer ist Christus eigentlich für uns heute?“ (46) Für unser Thema ist wichtig, dass er eine immer größere Vorliebe für die Fülle des Alten Testaments entwickelt. Der Psalter ist sein tägliches Gebetbuch. Sein liebster Psalm ist der längste, der 119. über die Tora. Ihn auszulegen, bedeutet für Bonhoeffer die Krönung eines Theologenlebens (47). Jetzt lernt er von der Diesseitigkeit der jüdischen Religion, dass es auch kein Christ sein außerhalb der Wirklichkeit der Welt geben kann. Auch seine Frage „Wie sind wir ekklesia, Herausgerufene, ohne uns als religiös Bevorzugte zu verstehen?“ (48) deutet auf die mitgedachten jüdischen Geschwister, das „Adelsvolk“, hin.

Die erhalten gebliebenen Briefe aus der Haftzeit sind bewegendste menschliche und theologische Dokumente. Unter ihnen ist ein äußerst charaktervolles Beispiel, wie Bonhoeffer gegen Antisemitismus angeht. Bei seinen Spaziergängen im Tegeler Gefängnishof hat sich ein Mitgefangener, ein in Ungnade gefallener Nazi, wie eine Klette an ihn gehängt. Eines Tages schreibt Bonhoeffer in einem Brief: "Mit meinem täglichen Spaziergehgenossen habe ich einen neuen Ton anschlagen müssen; trotz aller Bemühungen, sich an mich anzuschmeißen, entglitt ihm kürzlich eine Bemerkung über das Problem Gerd [= Gerhard Leibholz = „Judenfrage“] etc., die mich veranlaßt hat, ihn so ablehnend und kühl zu behandeln, wie ich vielleicht noch nie jemanden behandelt habe, wie ich auch dafür gesorgt habe, dass ihm prompt die kleinen Annehmlichkeiten entzogen werden. Nun soll er ruhig eine Weile herumwimmern, das läßt mich - ich wundere mich selbst, aber es ist mir auch interessant: - völlig kalt." (49) Zwanzig Jahre später wird Theodor Adorno die Erkenntnis formulieren, dass die angemessenste Spontanreaktion gegen Antisemitismus das Einnehmen der allerschroffsten Gegenposition sei. Diese Reaktion wird verständlich, wenn man bedenkt, dass Bonhoeffer im Antisemitismus nach biblischem Zeugnis einen Angriff auf Gottes Augapfel sieht.

5. Das Gedicht „Christen und Heiden“

Der entsprechende Bibelvers Sacharja 2,12 hilft auch zu verstehen, dass Bonhoeffer das Leiden Gottes und Jesu Christi mit dem Leiden der Juden in Zusammenhang bringt. Er schreibt in seiner Ethik, wie schon zitiert, dass die Verstoßung der Juden die Verstoßung Christi nach sich ziehen müsse. Und es gibt Hinweise in den Briefen aus der Haft, die diesen Zusammenhang unterstützen. Wie aus dem soeben zitierten Brief – „Problem Gert“ - ersichtlich ist, spricht Bonhoeffer in der Haftsituation über das Thema Juden nicht offen, sondern verdeckt. Mit seinem Brief vom 8. Juli 1944 schickt er Eberhard Bethge zwei Gedichte, eines davon hießt „Christen und Heiden“ (50).

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn in verschlungen von Sünden, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.

Mich hat an diesem Gedicht lange Zeit gestört, dass Bonhoeffer so einen Satz formuliert wie den Schlussvers der ersten Stophe: „So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.“ Ich habe gesagt: Christen und Heiden, das sind nicht alle, alle! Als Bibelleser müsste Bonhoeffer wissen: Die Juden gehören weder zu den einen noch zu den andern, aber sie gehören zu allen Menschen. Warum sind sie nicht mitgenannt?

Im Brief vom 16.7.44 spricht er an, worum es in dem Gedicht geht. Die erste Strophe beginnt „Menschen gehen zu Gott in ihrer Not“ und endet: „So tun sie alle, alle, Christen und Heiden“. Bonhoeffer schreibt dazu kritisch: „Die Religiosität des Menschen weist ihn in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt, Gott ist der deus ex machina.“ (51) Die zweite Strophe beginnt: „Menschen gehen zu Gott in Seiner Not“ und endet: „Christen stehen zu Gott in Seinen Leiden“. Dazu Bonhoeffer im Brief: „Hier liegt der entscheidende Unterschied zu allen Religionen. ... Die Bibel weist den Menschen an die Ohnmacht und das Leiden Gottes; nur der leidende Gott kann helfen.“ Interessant ist, dass Bonhoeffer hier vom Unterschied zwischen „allen Religionen“ und der Bibel spricht. Wo man auch „Christus“ erwarten könnte, schreibt er „die Bibel“. Nicht „Religiosität“ versus Christentum lautet die Alternative, sondern Religiosität versus „die Bibel“. Wer aber schon 1933 gesagt hat: „Der Judengott ist auch der Gott des Neuen Testaments“, der schließt mit seiner Entscheidung für „die Bibel“ hier die Juden mit ein in das mit den Christen gemeinsame Gegenüber zur Religiosität aller anderen Religionen. Wo aber sind sie im Gedicht?

Zwei Tage später, am 18. Juli 1944 – übrigens zwei Tage vor dem Attentat des Grafen Schenk von Stauffenberg, das für Bonhoeffer und die gesamte Canaris-Gruppe schwerste Folgen haben sollte -, kommt er im Brief noch einmal auf das Gedicht zurück: „Das Gedicht über "Christen und Heiden' enthält einen Gedanken, den Du hier wiedererkennen wirst. "Christen stehen bei Gott in seinen Leiden', das unterscheidet Christen von Heiden. ... Das ist die Umkehrung von allem, was der religiöse Mensch von Gott erwartet. Der Mensch wird aufgerufen, das Leiden Gottes an der gottlosen Welt mitzuleiden. ...Christsein heiß nicht in einer bestimmten Weise religiös sein, ..., sondern es heißt Menschsein, nicht einen Menschentypus, sondern den Menschen schafft Christus in uns. Nicht der religiöse Akt macht den Christen, sondern das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben.“ (52) Diese Sätze gelten als eine Kardinalstelle für Bonhoeffers nichtreligiöse Interpretation des Christentums, eine theologische Konzeption in wenigen überlieferten Sätzen, die seitdem eine ungeheuere Wirkung entfaltete.

Von den Juden ist verdeckt die Rede, sie sind aber weder in die Heiden noch in die Christen eingeschlossen. Wo aber dann? Von wem ist denn hier noch die Rede? Es ist die Rede von einem Dritten: von Gott und Seinen Leiden. Wie leidet Gott? Einmal leidet Gott in und an der Welt in dem Juden Jesus Christus. Zum zweiten aber erleidet Gott die Leiden des jüdischen Volkes direkt an sich selbst, wie er durch den Propheten Sacharja 2,12 bekräftigt: „Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an.“ Bonhoeffer hatte seine Vikare nach dem November-Pogrom an diese Bibelstelle verwiesen.

Im Gedicht heißt es in der zweiten Strophe: „Menschen gehen zu Gott in Seiner Not, finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot, sehn in verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.“ In dieser zweiten Strophe beschreibt Bonhoeffer, was er wahrnimmt: Durch die Beraubung und Schmähung der Juden wird Gott selbst geschmäht und beraubt. Gott selbst wird obdachlos durch die Synagogenbrände. Die Deportation, die Sünde ihrer Verfolger, führt die Juden in eine Hungerexistenz, den Tod vor Augen. Dem haben sie nichts entgegenzusetzen als ihre Schwachheit. Der leidende Gott der zweiten Strophe, das ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, das ist der Jude Jesus bei seinem gequälten Volk Israel. Bonhoeffer sagt nicht nur hier im Gedicht: „Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden“, sondern in seinem Brief, dass das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben – im Leiden der Juden – den Christen mache.

Der nächste Satz im Brief vom 18. Juli unterstützt dieses Verständnis der Gedichtstrophe. Bonhoeffer schreibt: „Das ist die "Metanoia' [Umkehr], nicht zuerst an die eigenen Nöte, Fragen, Sünden, Ängste denken, sondern sich in den Weg Jesu Christi mithineinreißen lassen, in das messianische Ereignis, daß Jes. 53 nun erfüllt wird!“ (53) Mit dem Verweis auf das Gottesknechtslied „Jes. 53“ stellt Bonhoeffer die Beziehung zu Israel ausdrücklich her. Denn älter als die christologische Auslegung, das weiß ein Theologe, ist die jüdische, die den Gottesknecht mit ganz Israel gleichsetzt.

Es sind dies Sätze von hoher Dichte und großer theologischer Tragweite. Hören wir Bertold Klapperts Kommentierung: „(a) Der Terminus [Fachbegriff] "messianisches Ereignis' ... taucht, soweit ich weiß, ... erst hier auf, und er steht da, wo sonst Begriffe wie Judenfrage, Brüder Jesu Christi und jüdisches Volk stehen. Er ist ein verdeckter und verschlüsselter Hinweis auf die enge Beziehung zwischen dem Messias Israels und seinem jüdischen Volk, zwischen dem Leiden des Christus und dem Leiden der Juden. (b) Dieses messianische Ereignis als das Ereignis der engsten Verbundenheit des Messias Israels mit den Leiden seines jüdischen Volkes sieht Bonhoeffer in seiner Zeit realisiert: er stellt fest, "daß Jes. 53 nun (!) erfüllt wird!' Damit stößt Bonhoeffer ... zu einem inklusiven Verständnis von Jes 53 vor, dem zufolge das Leiden des "Knechtes Gottes' das Leiden des verfolgten Judentums der Gegenwart einschließt.“ (54)

Klappert resümiert seine Ausführungen wie folgt: „Damit ist eine Wende im Israelverständnis erfolgt. In diesem späten Brief aus der Tegeler Zelle erkennt Bonhoeffer im Leiden des jüdischen Volkes nicht mehr den verwerfenden Zorn, sondern die Teilnahme am Leiden Gottes. ... Der verheißene Messias Israels will – so erkennt Bonhoeffer kurz vor seiner Exekution – mit dem gegenwärtig verfolgten und leidenden Israel zusammen existieren. ... Bonhoeffers "nichtreligiöse Interpretation' ist also ohne die Israelfrage und ohne die "Umkehr' der Kirche zum Judentum als ihrer bleibenden Wurzel gar nicht zu verstehen.“ (55)

Noch drei Sätze zur dritten Strophe. Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod, und vergibt ihnen beiden. Der leidende Gott segnet die, die seine Leiden verursachen bzw. zulassen, mit Brot für Leib und Seele, ja, er stirbt stellvertretend für sie. Er übt keine Vergeltung, er vergibt. Zu diesem Schluss kann nur jemand kommen, der zuvor im Vorgriff auf das kommende Kriegsende der Kirche ans Herz gelegt hat, ihre Schuld an den geringsten Schwestern und Brüdern Jesu Christi, den Juden, zu bekennen.

6. Zusammenfassung und Schluss

Bonhoeffer ist im Verhältnis zum Judentum theologisch zunächst ein Mensch seiner Zeit. Jüdische Tradition und jüdisches Selbstverständnis sind ihm kaum bekannt. Antijudaismus finden wir, wie damals bei praktisch allen Theologen, auch in seinen Schriften. Aber Bonhoeffer unterscheidet sich dadurch, dass er mit Juden in seiner Umgebung selbstverständlichen Umgang pflegt, sich sofort nach der Machtübernahme der Nazis mit ihrem Schicksal solidarisiert und Widerstand zu organisieren versucht, in der Kirche ohne Erfolg, in der Verschwörung mit Erfolg, aber ohne die ersehnte Wirkung. Da die Kirche in der entscheidenden Frage versagt, beschäftigt er sich theologisch mit der Möglichkeit Schuld zu bekennen und umzukehren. In der Haft schreitet er fort zu einer theologischen Wende, die aus dem Umgang mit dem Alten Testament genährt wird und die ohne die Umkehr der Kirche zu ihren jüdischen Wurzeln nicht voll verstanden wird. Christus ist für Bonhoeffer durch sein Leiden nicht mehr der Christen und Juden Trennende, sondern der Verbindende.

Sein Eintreten für die verfolgten Juden führte Bonhoeffer nicht nur in die Konspiration. Es war auch Anlass für seine Verhaftung. Wegen des Beginns der so genannten „Endlösung der Judenfrage“, der Deportationen und Vernichtungsaktionen, drängte er auf ein rasches Attentat gegen Hitler. Das Scheitern des 20. Juli 1944 brachte ihn auf die Todesliste. Bonhoeffer ist bereit, für seinen Glauben an den Juden Jesus Christus und sein Handeln für die geringsten Schwestern und Brüder Jesu sein Leben zu geben. Am 9. April 1945 stirbt er am Galgen von Flossenbürg.

Eberhard Bethge macht darauf aufmerksam, dass Bonhoeffer zu Lebzeiten keinen jüdischen Partner zum konkreten Dialog hatte. Bethge weiter: "Was er von seiner Seite im 'Dialog' sagte, war die Antwort von Flossenbürg. Die Frage war gestellt worden in Gestalt der Tötung der Juden. Wiewohl Bonhoeffer manches erhoffte und unternahm, um zu leben, bedeutete seine Antwort für ihn den Tod... Er hatte als einer von wenigen sich dem Komplicentum mit den 'Endlösern' entwunden. Das macht aus ihm eines der unersetzlichen Bindeglieder zu den Opfern, zu den Entkommenen... des Holocaust" und ihren Nachkommen (56). Darum, so Bethge, gehört Bonhoeffer zu den stärksten Auslösern einer Theologie nach Auschwitz auf christlicher Seite (57).

Die Zahl der christlichen Märtyrer der NS-Zeit ist nicht sehr groß, und die Zahl derer, die ihr Leben für die Rettung von Juden einsetzten, ist noch viel geringer. Wir ehren Dietrich Bonhoeffer als Märtyrer im besonderen Wortsinn: als Blutzeugen des Juden Jesus Christus für dessen geringste Schwestern und Brüder, das jüdische Volk, als Vorbild in Glauben, Mut und Treue, als Lehrer und Anreger für eine Theologie und Kirche an der Seite der Juden.

7. Literatur

  1. Bethge, Eberhard: Bonhoeffer, Hamburg 1976 (rororo bildmonographien; rm 236), S. 42. Dietrich Bonhoeffer: Gesammelte Werke, hrsg. v. Eberhard Bethge u. a. 17 Bände, München 1986-1999, Bd. XI, S. 446 (im folgenden: DBW)
  2. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, in: Ernst Feil / Ilse Tödt (Hrsg.): Konsequenzen. Dietrich Bonhoeffers Kirchenverständnis heute, München 1980, S. 171-214 (Internationales Bonhoeffer-Forum; Nr. 3), S. 199
  3. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer. Theologe - Christ - Zeitgenosse. Eine Biographie, München 4. Auflage 1978, S. 326
  4. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 172-176 und Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, München 1990 (Heidelberger Untersuchungen zu Widerstand, Judenverfolgung und Kirchenkampf im Dritten Reich; Bd. 2), S. XXIV
  5. Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, S. XXIV.
  6. Vgl. auch Gerlach, Wolfgang: Als die Zeugen schwiegen. Bekennende Kirche und die Juden, Berlin 1987 (Studien zu Kirche und Israel - SKI; Nr. 10)
  7. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 193
  8. Zit. in: Ebenda, S. 194 aus: Dietrich Bonhoeffer: Gesammelte Schriften. 6 Bände, hrsg. v. Eberhard Bethge, München 1958-1974, Bd. I, S. 42 (im folgenden: GS). Siehe auch: DBW XIII, S. 205
  9. Bonhoeffer, Dietrich: Die Kirche vor der Judenfrage (1934), in: DBW XII (1997), S. 349-358
  10. DBW XII, S. 353
  11. Ebenda
  12. Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, S. 440
  13. Ebenda. Zitat im Zitat aus: GS V, S. 328
  14. DBW XII, S. 354
  15. Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, S. 461; Gerlach, Wolfgang: Als die Zeugen schwiegen, S. 244 und öfter
  16. Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, S. XIX
  17. Ebenda, S. 482
  18. Ebenda, S. 348
  19. Gerlach, Wolfgang: Als die Zeugen schwiegen, S. 339ff; Müller, Christine-Ruth: Dietrich Bonhoeffers Kampf gegen die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung der Juden, München 1990 (Heidelberger Untersuchungen zu Widerstand, Judenverfolgung und Kirchenkampf im Dritten Reich; Bd. 5), S. 183 und 257ff. Treitschke prägte die antisemitische Parole „Die Juden sind unser Unglück“, die das krasse Gegenteil des Jesusworts aus Joh. 4,22: „Das Heil kommt von den Juden“ besagt.
  20. Röhm, Eberhard / Thierfelder, Jörg: Juden – Christen – Deutsche. Band I: 1933-1935: Ausgegrenzt, Stuttgart 1990, S. 141-150
  21. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 183
  22. Leibholz-Bonhoeffer, Sabine, Vergangen – erlebt – überwunden. Schicksale der Familie Bonhoeffer, Gütersloh 8. Aufl. 1995 [1976], S. 100
  23. Röhm, Eberhard / Thierfelder, Jörg: Juden – Christen – Deutsche. Band I: 1933-1935: Ausgegrenzt, S. 197. DBW XII, S. 405f
  24. DBW XII, S. 414
  25. Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, S. XVII
  26. Zit. in: Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 194 aus: GS III/S. 324, vgl. auch DBW XIV, S. 421
  27. Smid, Marikje: Deutscher Protestantismus und Judentum 1932/1933, S. 486. DBW XII, S. 58
  28. Bonhoeffer, Dietrich: Schöpfung und Fall, Einleitung, DBW III, S. 22f
  29. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 181 (1932/33), vgl. DBW XII, S. 157, Anm. 20. Vorlesungsnachschrift
  30. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. v. Eberhard Bethge, Gütersloh 12. Aufl. des Taschenbuches 1983 (GTB Siebenstern; Bd. 1), S. 86. DBW VIII, S. 541
  31. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 135. DBW VIII, S. 407 und 455
  32. DBW XIV, S. 894
  33. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 195
  34. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 198
  35. Ebenda und DBW XV, S. 84
  36. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 161-163. DBW VIII, S. 477-482
  37. Bethge, Eberhard: Bonhoeffer, Hamburg 1976 (rororo bildmonographien; rm 236), S. 72
  38. Ebenda
  39. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 199
  40. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 201
  41. Ebenda, S. 203
  42. Bonhoeffer, Dietrich: Ethik, S. 122-123. DBW VI, S. 130-132
  43. Röhm, Eberhard / Thierfelder, Jörg: Juden – Christen – Deutsche. Band I: 1933-1935: Ausgegrenzt, S. 103
  44. Bonhoeffer, Dietrich: Ethik, S. 95. DBW VI, S. 95
  45. Klappert, Bertold: „Der Jude hält die Christusfrage offen“. Weg und Wende Dietrich Bonhoeffers in der Israelfrage, in: Ders., Miterben der Verheißung. Beiträge zum jüdisch-christlichen Dialog, Neukirchen-Vluyn 2000, S. 58-104 (Neukirchener Beiträge zur Systematischen Theologie; Bd. 25), S. 93
  46. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 132. DBW VIII, S. 402
  47. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer. Theologe - Christ - Zeitgenosse. Eine Biographie, S. 750
  48. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 134. DBW VIII, S. 405
  49. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 104. DBW VIII, S. 294
  50. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 182. DBW VIII, S. 515f, vgl. Evangelisches Gesangbuch Württemberg Nr. 547
  51. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 178. DBW VIII, S. 534
  52. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, S. 180. DBW VIII, S. 535
  53. Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung. DBW VIII, S. 535f
  54. Klappert, Bertold: „Der Jude hält die Christusfrage offen“. Weg und Wende Dietrich Bonhoeffers in der Israelfrage, S. 99
  55. Ebenda, S. 102, 103
  56. Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer und die Juden, S. 211f
  57. Ebenda, S. 173

Kommentieren ↑nach oben