evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde
Tübingen-Waldhäuser Ost
  „Ertragen können wir sie nicht”
  Martin Luther und die Juden


  Ausstellung anläßlich des Reformationsjubiläums 2017
  vom 30. Oktober - 22. November 2014
  in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Tübingen,
  Berliner Ring 14
Herausgeber: Referat für Christlich-Jüdischen Dialog der Nordkirche im Zentrum für Mission und Ökumene - Nordkirche weltweit/ZMÖ, Idee, Konzeption und Redaktion: Hanna Lehming/ZMÖ, Grafische Gesamtgestaltung: Christiane Wenn/ZMÖ
Mit freundlicher Unterstützung durch die Arbeitsstelle Reformationsjubiläum 2017


Die Eröffnung der Ausstellung ist am
Donnerstag, 30. Oktober 2014
um 20 Uhr mit dem
Vortrag von Dr. Michael Volkmann
„Schatten der Reformation: 500 Jahre feiern – aus der Vergangeheit lernen”.


Öffnungszeiten:
sonntags nach den Gottesdiensten 12 bis 14 Uhr,
montags und dienstags 10 bis 18 Uhr,
mittwochs bis samstags 10 bis 14 Uhr.
„Ertragen können wir sie nicht”
Martin Luther und die Juden
Wanderausstellung der Nordkirche zum Reformationsjubiläum
– auch in Württemberg zu sehen


Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation im Oktober 2017 thematisiert eine neue Wanderausstellung der Nordkirche das Verhältnis Martin Luthers zu den Juden. Konzipiert und initiiert wurde sie zum Reformationstag 2013 von der Beauftragten für Christlich-Jüdischen Dialog, Pastorin Hanna Lehming, im Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche. Erstmals zu sehen war sie ab 6.11.2013 in der Ansgarkirche in Hamburg-Ottensen.
Pfarrer Michael Volkmann, landeskirchlicher Beauftragter für das christlich-jüdische Gespräch in der Württembergischen Landeskirche, hat ein Exemplar dieser Ausstellung. Sie kann von den württembergischen Gemeinden zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums ausgeliehen werden.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über Leben und Wirken des Reformators und beschäftigt sich dann mit dem problematischen Verhältnis Martin Luthers zu den Juden. „Der Reformator war ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, aber auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann”, so Hanna Lehming. Zwar habe die Tonlage seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum im Laufe seines Lebens gewechselt, doch Luthers Grundhaltung sei Zeit seines Lebens dieselbe geblieben: „Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden für den größten Feind des Christentums. In seiner übelsten antijüdischen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen” ruft der Reformator ausdrücklich dazu auf, die Juden zu unterdrücken, ihre Synagogen und Häuser zu zerstören und ihre Gebetbücher und Talmudim zu verbrennen”, erläutert sie. „Die Feier der Reformation muss sich auch der offenen Auseinandersetzung mit Luthers Judenfeindschaft stellen”, so Hanna Lehming weiter. So müsse die Frage beleuchtet werden, ob solche Äußerungen als Entgleisungen zu betrachten sind oder ob sie doch tiefer in der reformatorischen Theologie verankert sind.
Zum Konzept der Tafeln gehört es, die Juden als Souveräne ihrer Geschichte und nicht ausschließlich als Opfer darzustellen: Ausführlich werden Geschichte und Status des Judentums in Deutschland bis in die Reformationszeit ins Bild gesetzt. In der Ausstellung werden Fragen gestellt, Zusammenhänge aufgezeigt, Denkanstöße gegeben, jedoch auf eindeutige Antworten bewusst verzichtet. „Wir wollen den Betrachtern keine Richtigkeiten vorsetzen, sondern zum kritischen Denken anregen”, so Hanna Lehming.
Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen, mit dessen Hilfe in den Gemeinden weitergearbeitet werden kann. Die Tafeln sollen später auch im Internet zugänglich sein.

In Württemberg wird die Ausstellung erstmalig in der Tübinger Dietrich-Bonhoeffer- Kirche gezeigt vom 30.10.-22.11.2014. Sie wird am 30.10.2014 eröffnet mit einem Vortrag von Michael Volkmann: „Die Schatten der Reformation: 500 Jahre feiern – aus der Vergangenheit lernen”.


Weitere Informationen zur Ausstellung: Pfarrer Michael Volkmann, Pfarrer für das Gespräch zwischen Christen und Juden, Akademieweg 11,
73087 Bad Boll mail: agwege(at)gmx.de
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